A) Helmbericht
Am 7. März 2007 von ulli erstellt
Hier kommt der erste Helmbericht (entstanden 23.12. 2004)
Dass es eine neue Rechtschreibreform gegeben hat, hast Du sicherlich mitbekommen, dass sie ab 1. August 2005 verbindlich wird, finde ich „schmunzelig“ genug, da ich bis heute nicht weiß, was reformiert wurde. Vielleicht Du auch nicht, dann bin ich getrost…
Viel interessanter und „schmunzelhafter“ finde ich, neue Worte zu bilden oder neue Redewendungen einzuführen. Dass ein Kakteenfreak wie ich irgendwann zum Gärtner, später sogar zum Gärtnermeister wird, ist schwer in einem Wort zusammenzufassen. Doch es funxionierte: aus dem Kakteenfreak wird ein kleiner Kakteenfreakgärtner- meister. Keiner weiß bis heute, was das ist… Oder es entstand auch die weibliche Form zum Schelm: die „Schelmine“. Am besten gefällt mir aber immer noch die weibliche Form zu einem Basser (einer, der Bassgitarre spielt!): die „Bassine“.
Nun entstand dieses Jahr im Musikerdasein eine neue Dimension. Eine Dimension voll kribbelnder, innovativer, losgelöster Atmosphäre, in der es einzutauchen galt. Die Redewendung dafür wurde von einem Freund erfunden: voll auf den Helm spielen. In unserer Band wurde das sehr erfolgreich aufgenommen und mit einem extra Zeichen, das sozusagen als neues Kommando unseres Bandleaders gilt, verdeutlicht: Faust zweimal auf den Kopf hauen. Wenn das Zeichen im Dunstnebel auf der Musikerbühne erscheint, heißt es, auf den Helm zu spielen. Bedeutet: mit aller Kraft mächtig aufspielen und alles Umstehende mitnehmen, um den Moment des erfüllten Augenblicks der Musik mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Momentan gibt es einzelne Überlegungen in der Band, ob es bald eine neue CD gibt mit dem Titel: Helm auf! Ein Helm ist ja eigentlich nur ein Kopfschutz, meist aus Metall, der im Krieg, bei bestimmten Arbeiten und im Sport getragen wird. Seit neuestem findet er nun auch in der Musik Verwendung.
Sogar beim Schlagzeug heißt es nun nicht mehr Tom 1, Tom 2 usw., sondern Helm 1, Helm 2 usw. Und um in den Konzerten vor den einzelnen Liedern den Mitmusikanten zu verdeutlichen, ob das Lied nun sehr ruhig oder ziemlich heftig gespielt wird, reicht nun die Ankündigung: Helm ab oder Helm auf!
Der Trommler der Band hat nicht nur das Tempo, die Taktart oder den Stil anzugeben, sondern auch die Helmstärke. Diese reicht von 1 (= sanft auf den Helm) bis 10 (= mächtig badawumm, möglichst alles gleichzeitig und trotzdem groovy). Endlich sind die Trommler wieder gefordert!
Ich bin sehr froh, dass ich dieses Jahr mit dem Akustik-Schlagzeug spielen durfte, da dieses helmtauglicher ist als das elektronische. Es war sehr spannend und arbeitsreich, doch es wird noch abenteuerlicher: zusätzlich werden nun „Ocean-Drums“ eingesetzt, so dass man aufpassen muss, dass der Helm nicht nass wird. Außerdem werden karibische Früchte wie Ananas und Banane als Shaker eingesetzt, die aber eigentlich keinen größeren Schaden anrichten können, wenn man den Helm richtig auf hat.
Nun hoffe ich, Dich ein wenig mitgenommen zu haben in die neue Dimension der Musik, in das Erlebnis des Augenblicks: in den Moment des Erfülltseins von Helm bis Fuß durch Töne, die zur Ehre Gottes erklingen!!!
Ulli Baral